Für andere Menschen - Donnerstag Veggietag

Fleisch und Ressourcen

Genau genommen ist Fleisch Lebensmittelverschwender Nr. 1, denn Futtermittel wie Getreide, Soja und Mais gelangen erst über den Umweg Tier zum Menschen. Über 60% der industriestaatlichen Getreideproduktion und 35 % der Weltgetreideproduktion werden für die Tierfütterung eingesetzt1. Dabei benötigt der tierische Organismus einen Großteil der Nahrungsenergie zur Aufrechterhaltung seiner eigenen Lebensvorgänge. Nur ein kleiner Teil von etwa 5-18% bleibt am Ende dieses Prozesses für die menschliche Ernährung erhalten. Das bedeutet einen besonders ineffektiven Einsatz von Getreide, Wasser und Land. Tatsächlich werden zur Produktion einer tierischen Kalorie je nach Tierart fünf bis zwanzig pflanzliche Kalorien verfüttert.

Veredlungsverluste bei der Produktion tierischer Nahrungsmittel; Quelle: Leitzmann, C., Keller, M.: Vegetarische Ernährung. 2. Aufl., UTB Stuttgart 2010, S. 326.

 

Mit Tierprodukten lassen sich bei gleicher Anbaufläche nur ein Bruchteil so viele Menschen ernähren wie mit mehr pflanzlicher Nahrung.

Was hat das jetzt mit Welthunger zu tun?

Die Soja- und Maisimporte, aus denen die Futtermittel vorwiegend bestehen, kommen zu großen Teilen aus Entwicklungs- und Schwellenländern und werden dort zur Versorgung der eigenen Bevölkerung benötigt. Dass in erster Linie so viele Futtermittel benötigt werden, zieht eine Knappheit an fruchtbaren Boden nach sich. Institutionen wie die WTO, die Weltbank, der IWF und die EU haben über Exportsubventionen in zahlreichen Ländern kleinbäuerliche Strukturen abgeschafft, die durch regionale Selbstversorgung eine weltweite Verteilung der Nahrungsmittel hätten gewährleisten können. Durch eine graduelle Abkehrung von landwirtschaftlicher Viehhaltung durch eine fleischreduzierte Ernährung könnten diese Hungerkrisen abgemildert werden, indem kleinbäuerliche Strukturen wieder gefördert werden. Wussten Sie, dass für ein 225g Steak soviel Pflanzenenergie enthält, wie 40 Kinder für einen Tag Überleben brauchen würden? Oder dass 100 Millionen Menschen zusätzlich ernährt werden könnten, wenn die Industrieländer ihren Fleischverbrauch nur um 10 % reduzieren würden?

 

1 ZMP - Agrarmärkte in Zahlen. Jahrgang 2006/07. Bzw. Aus "Agrarmärkte 2010", S. 28

Weitere Quellen:

 

Die Tierfreunde. Das Brot für die Welt auf unserem Teller.

ARD Film "Fleisch frisst Menschen, 1987

 "We Feed the World". Ein Film von Erich Wagenhofer.