26. Mai 2011

Freiburg setzt auf mehr Gerichte ohne Fleisch



Quelle: http://www.freiburg.de/servlet/PB/show/1169975/claim_FR.gif

Die Produktion von Fleisch und anderen Lebensmitteln tierischen Ursprungs ist verantwortlich für 51 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Damit wirkt sich das Ernährungsverhalten und auch der Verzehr von Fleisch auf die globale Klimaveränderung aus. Deshalb unterstützt und initiiert die Stadtverwaltung unterschiedlichste Aktionen, um im Rahmen ihrer ambitionierten Klimaschutzziele die Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren.

Nicht nur das weltweite Klima profitiert von weniger Fleischkonsum, weniger Fleisch zu essen, ist auch gesünder. Mit dem Verzehr von regionalen und saisonalen sowie biologischen Produkten leisten die Bürgerinnen und Bürger ihren direkten Beitrag, denn Energie wird nicht nur für die Tierhaltung benötigt, sondern vor allem zur Herstellung und dem Transport von agrarischen Chemikalien und der Futtermittel. Und Kühlung und Lagerung von Fleischwaren haben einen weitaus höheren Energieaufwand als bei pflanzlichen Produkten. Vegetarisch essen ist zusätzlich ein Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, denn der Regenwald wird gerodet, um Weideland zu schaffen und um Soja großflächig anzubauen. Dies wird dann nach Europa transportiert und als Tierfutter für die Fleischproduktion verwendet.

„Da vegetarische Mahlzeiten nachweislich weitaus weniger klimaschädlich sind, versucht die Stadt auf unterschiedlichen Ebenen auf eine Ernährungsumstellung sowohl bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, in den städtischen Schulen, aber auch darüber hinaus hinzuwirken. Leckere attraktive Angebote an vegetarischen Gerichten sollen selbstverständlicher Bestandteil bewusster und gesunder täglicher Ernährung werden“ so Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik in der Innenstadtkantine.

Die größten klimaschädlichen Emissions-Einsparpotenziale bei der Ernährung erreicht man durch eine Umstellung von fleischhaltiger auf vegetarische oder vegane Ernährung, unter der Bedingung, dass diese Gerichte mit frischen, saisonalen, regionalen aus dem Ökolandbau stammenden Produkten hergestellt werden.

Und genau hier setzt die Stadt Freiburg an. Bereits vor Jahren sind die städtischen Kantinen dazu übergegangen, täglich ein vegetarisches Gericht als Alternative zu Schweinebraten und Co. anzubieten. Zunehmend wurde und wird auf frische, regionale und saisonale Produkte geachtet, in der Kantine des Innenstadtrathauses werden selbst Kartoffeln geschält oder Karotten für den Salat geraspelt.

Aktuell werden in der Rathauskantine durchschnittlich rund ein Drittel vegetarische Gerichte ausgegeben. An den Freiburger Schulen werden durchschnittlich etwa 35 Prozent vegetarische Gerichte bestellt, wobei der Anteil bei den einzelnen Schulen zwischen 26 Prozent und 50 Prozent schwankt.

Im Modell-Projekt „Bio for Kids“ an der neuen Wentzinger Mensa verlangt an manchen Tagen jeder zweite Schüler das vegetarische Gericht, auch hier legen die Köche bei den Ausgangsprodukten besonderen Wert auf die regionale Herkunft und, wo möglich, aus dem Biolandbau.

Um verstärkt die vegetarische Küche zu bewerben, beauftragte die Stadt eine renommierte Fachfrau auf dem Gebiet der Zubereitung vegetarischer Gerichte. Sie präsentierte den Schülerinnen und Schüler eine Woche lang fleischlose Köstlichkeiten. Die Aktion war ein voller Erfolg. Nicht zuletzt aus diesem Grund bekamen die Köchinnen und Köche der vier städtischen Kantinen, aber auch anderer Großkantinen, wie der Freiburger Verkehrs AG oder der AOK, das Angebot drei Mal an einem halbtägigen vegetarischen Kochworkshop teilzunehmen. Die teilnehmenden Köchinnen und Köche machten begeistert mit und können hoffentlich noch mehr Gäste für noch attraktivere, geschmackvollere vegetarische Gerichte gewinnen.

Diese verschiedenen städtischen Aktivitäten zeigen, dass es ein jahrelanger Prozess ist, den Menschen fleischlose Kost näher zu bringen. Das Ergebnis der zweiten online-Befragung der Nutzerinnen und Nutzer der städtischen Kantinen belegt dies: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bescheinigten den vier städtischen Kantinen, dass das Angebot nach der ersten Befragung im Jahr 2008 attraktiver und vor allem gesünder geworden ist.

Um die Vorteile vegetarischer Mahlzeiten, angefangen beim Klimaschutz über gesundheitliche Aspekte bis hin zu Tierschutzaspekten in der Bevölkerung noch bewusster zu machen, hat sich eine aus verschiedenen Gruppierungen, unter anderem BUND, Bürgerstiftung, Greenpeace, politische Vertreterinnen und Vertreter und dem Umweltschutzamt zusammengesetzte Initiative, „Mahl vegetarisch“, einen Veggietag für Freiburg zum Ziel gesetzt. So ist geplant, im Rahmen einer Auftaktveranstaltung auf dem Augustinerplatz für die Einführung des Donnerstags als Veggietag zu werben, an dem bevorzugt auf vegetarische Gerichte zurückgegriffen werden soll.

Mehr zur Initiative „Mahl vegetarisch“ erfahren Sie hier: www.mahl-vegetarisch.de 

 

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Freiburg