Der Veggietag global

Cc: NASA und NSSDC

"Donnerstag = Veggietag" vom VEBU Deutschland ist nicht die einzige Kampagne zur weltweiten Förderung des fleischfreien Wochentags. Schon 2003 hat die Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health zu einem Aufklärungsprojekt der Öffentlichen Gesundheit gemacht.

Im Rahmen der Meatout Kampagne wirbt auch die US-amerikanische Tierrechtsorganisation FARM für einen fleischfreien Montag.

Seit Juni 2009 setzt sich auch Paul McCartney in Großbritannien für einen fleischfreien Montag ein. Der "Meatless Monday" wird in folgendem Film gut beschrieben: Meatless Monday

 

Weltweit ermuntern Landes- und Bezirksregierungen, teilweise sogar nationale Behörden ihre BürgerInnen dazu, durch eine einzige Entscheidung sowohl dem Klimawandel die Stirn zu bieten als auch die eigene Gesundheit zu verbessern: indem sie weniger Fleisch essen. Ob Chicago oder Schweden, England oder Belgien und viele mehr - Regierungen werden sich zunehmens dessen bewusst, dass die Gabel eine der stärksten Waffen für Entlastungen der Umwelt, der menschlichen Gesundheit und dem Tierwohl ist.

Cincinnati fordert seine BürgerInnen dazu auf, weniger Fleisch zu essen, um im Rahmen des Green Cincinnati Plans die globale Erderwärmung zu stoppen. Als Ziel sollen etwas Fleisch durch frisches Obst und Gemüse ersetzt werden und bis 2012 jeder Einzelne seinen Fleischkonsum um einen Tag in der Woche gekürzt haben.

Der Chicagoer Gesundheitsbeauftragte Dr. Terry Mason ermutigt die BürgerInnen zu einem vegetarischen Monat. “Einen gesamten Monat über esse ich kein Fleisch. Egal, ob es einmal gelaufen, gerannt, gehüpft, geflogen, geschwommen oder gekrochen ist - ich werde es nicht essen. Wenn es einmal Augen hatte, werde ich es nicht essen. Wenn es Eltern hatte, werde ich es nicht essen. Ich werde mich darauf konzentrieren, eine gesunde und abwechslungsreiche Auswahl an frischem Obst und Gemüse zu essen. Und ich fordere Sie auf, das gleiche zu tun."

Eine Erklärung, die einstimmig vom Takoma Park, Md., Stadtrat angenommen wurde, fordert die BürgerInnen dazu auf, an der Takoma Park Veg Woche teilzunehmen und sich für eine vegetarische Ernährung zu entscheiden, um den Planeten, die eigene Gesundheit und Tiere zu schützen und gleichzeitig die Vielfalt der vegetarischen Küche der Stadt zu entdecken.

Englands Ministerium für Umwelt, Ernährung und Landwirtschaft (Defra) bezeichnet die Reduktion tierischer Lebensmittel als guten Weg, die Umweltschädlichkeit unserer Ernährungsweise zu minimieren. In einem Memorandum gab ein Defra Beamter an, dass ein geringerer Fleischkonsum eines der ausschlaggebendsten Veränderungen umweltbewußten Handelns wäre.

 

Auch schwedische Behörden rufen ihre BürgerInnen dazu auf, Fleischkonsum zu reduzieren, um Treibhausgasemissionen zu kürzen und die eigene Gesundheit zu schützen. Das Schwedische Zentralamt für Lebensmittelwesen und die Umweltschutzbehörde geben gemeinsam an, dass "Fleisch - Rind, Lamm, Schwein und Huhn - das Lebensmittel ist, das den größten Einfluss auf unsere Umwelt ausübt." 

"Versuchen Sie, ein oder zwei fleischhaltige Gerichte die Woche gegen vegetarische auszutauschen oder die Menge an Fleisch zu reduzieren... Weniger Fleisch zu essen und sich bewusst zu ernähren ist die umweltfreundlichste Entscheidung, die Sie treffen könnten."

Gent

Bildquelle: http://www.evavzw.be/images/DV/content_0299.jpg

In der belgischen Stadt Gent wurde im Mai 2009 der weltweit erste fleischfreie Wochentag eingeführt. Als eine der 370 europäischen Klimastädte übernimmt Gent damit eine Pionierrolle beim Thema umweltschonende und fleischfreie Ernährung.

Mittlerweile bieten die öffentlichen Schulen donnerstags das Tagesmenü vegetarisch an. An alle 1500 Restaurants der Stadt wurde eine Broschüre mit vegetarischen Rezepten verschickt, das Angebot vegetarischer Speisen wächst stetig. Sowohl für Köche als auch für Privatpersonen werden vegetarische Kochkurse angeboten. Auch alle 5000 Angestellten der Stadt Gent haben einen vegetarischen Stadtplan erhalten.

Am 13. Mai 2009 fand ein großes Fest zum Start der Initiative „Donderdag Veggiedag“ statt. Tom Balthazar, ein Mitglied des städtischen Gesundheits- und Umweltrats, erklärte den Donnerstag dabei offiziell zum vegetarischen Wochentag. Alle Einwohner Gents konnten an der Veranstaltung teilnehmen und erhielten eine vegetarische Überraschung. Bereits im Vorfeld wurde für die Stadtregierung ein vegetarisches Gourmet-Mittagessen veranstaltet. Die Initiative wird von der Genter Stadtregierung und der belgischen Vegetarierorganisation EVA getragen.

Gent will mit der Initiative „Donderdag Veggiedag“ in zweierlei Hinsicht ein Zeichen setzen. Einerseits trägt der regelmäßige Verzicht auf Fleisch zur Begrenzung des Klimawandels bei, andererseits sind ausgewogene vegetarische Mahlzeiten auch für die Gesundheit der Bevölkerung vorteilhaft.

Seit der Einführung des vegetarischen Donnerstags in Gent haben sich schon weitere belgische Städte, unter anderem Hasselt und Mechelen, der Initiative angeschlossen.

Einen Bericht über die vegetarische Hauptstadt Gent sehen Sie hier:

http://www.vebu.de/aktuelles/news/372-vegetarisch-essen-fuer-das-klima

 

Washington

Der Stadtrat von Washington DC votierte kürzlich einstimmig für einen vegetarischen Wochentag und machte auf die Vorteil fleischfreier Kost aufmerksam. Die Resolution sieht vor, den Pro-Kopf Fleischkonsum zu reduzieren und fordert die Einwohner dazu auf, montags "von Tierprodukten Abstand zu nehmen''.

San Francisco

San Francisco führt als erste US-amerikanische Stadt einen fleischfreien Tag ein. Am 06.04.2010 stimmte das »San Francisco Board of Supervisors« einer Resolution zu, die den Montag als »Vegetarian Day« bezeichnet, und über den Restaurants, Supermärkte und Schulen aufgefordert werden, ihr vegetarisches Angebot deutlich auszuweiten. Die Resolution betont die ökologischen Vorteile der vegetarischen bzw. veganen Ernährung. Weiterhin führt sie die vielen gesundheitlichen Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung und die damit verbundenen Kosteneinsparungen im Gesundheitssektor auf.

Kapstadt

Kapstadt unterstützt als erste Stadt Afrikas offiziell den fleischfreien Wochentag.Durch ein einstimmiges Votum im Stadtrat am 6.4.2010 beschloss der Städtische Gesundheitsausschuss, dem Aufruf der Organisation Compassion in World Farming nach einem fleischfreien Wochentag zu folgen.

"Es ist ein Sieg auf ganzer Linie", so Tozie Zokufa, Vertreter von Compassion in World Farming in Südafrika. "Die Entscheidung ist nicht nur ein Sieg für die menschliche Gesundheit, sondern auch für den Planeten und den Tierschutz."

Sao Paulo

Die brasilianische Stadt Sao Paulo beteiligt sich mit der Kampagne „Segunda Sem Carne“ ebenfalls an der globalen Aktion „Meat Free Monday“. Seit Oktober 2009 finden regelmäßige Aktionen statt, die für den vegetarischen Wochentag in der elf Millionen Einwohner zählenden Metropole werben.

Die durchgeführten Gespräche, Vorträge und Produktpräsentationen sind auf die Themenschwerpunkte Gesundheit, Umwelt, Ethik und die Entdeckung neuer Geschmacksrichtungen aufgeteilt, welche durch vier „Tiere“ repräsentiert werden. Alle Aktivitäten werden von freiwilligen, ehrenamtlichen Helfern organisiert und umgesetzt. Der Umweltminister von Sao Paulo unterstützt den vegetarischen Wochentag.

In Sao Paulo wurde der Montag als fleischfreier Wochentag festgelegt, da es in Brasilien Tradition ist, montags mit neuen Dingen zu beginnen.

Am 20. März 2010 soll der fleischfreie Montag in Curitiba, dem wirtschaftlichen Zentrum Brasiliens, eingeführt werden. In weiteren Städten wie Rio de Janeiro oder Brasilia wird ebenfalls an der Umsetzung der Initiative gearbeitet.

Bilder von der Einführungsaktion in Sao Paulo finden Sie hier:

http://www.svb.org.br/segundasemcarne/

Paris

Bildquelle: paris_skyline: hans905, flickr.de

Die französische Vereinigung „Association Végétarienne de France“ setzt sich mit der Einführung des vegetarischen Donnerstags („Jeudi Veggie“) in Frankreich für ein stärkeres Bewusstsein für gesunde Ernährung und die Entdeckung der Vielseitigkeit der vegetarischen Küche ein. Mit dem Veggietag fordern die Initiatoren ihre Mitbürger auf, aktiv teilzunehmen.
Nicht nur auf privater Ebene wird gehandelt, auch im öffentlichen Raum. Bereits 2009 wurde vom Bürgermeister des 2. von 20 Arrondissements (Stadtbezirken) ein vegetarischer Dienstag („mardi végétarien“) in Schulkantinen eingeführt. Zum einen sorgt sich dieser um die Gesundheit der Zukunftsbürger und zum anderen liegt ihm die Umwelt am Herzen, welche durch die industrielle Fleischproduktion zerstört wird. Im 10. Stadtbezirk gibt es in den Schulen einmal im Monat einen vegetarischen Tag und in den Restaurants des Pariser Gemeinderats kann man seit 2011 jeden Tag zum Veggietag machen. Im Jahr 2013 fanden in Paris schon einige vegetarische Veranstaltungen wie Picknicks statt. 

Mehr erfahren kann man unter www.jeudi-veggie.fr.

Veggietag in der Schweiz

Unter www.vegi-tag.ch können Sie einsehen, welche Stadt, Einrichtung etc. in der Schweiz den Veggietag bereits eingeführt hat bzw. auf dem Weg dazu ist.

Los Angeles (L.A.)

Seit November 2012 macht Los Angeles (L.A.), 3,8 Millionen Einwohner, aufgrund eines Stadtratsbeschlusses beim "Meatless Monday" (Veggietag) mit.
Quelle

Israel

Am 10.11.2014 wurde im israelischen Parlament der Veggietag eingeführt. Mehr dazu hier. Die fleischfreie Kampagne startete bereits 2012: http://meatlessmonday.co.il/