Interview mit der Leiterin der „Veggie Mensa No. 1" des Studentenwerk Berlin, Frau Grundmann und dem stellvertretenden Leiter, Herrn Zeuner

VEBU:

Frau Grundmann, Herr Zeuner, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, uns für das Projekt „Donnerstag Veggietag" mit Ihrer Erfahrung behilflich zu sein. Wie lange gibt es die Veggie-Mensa No. 1 schon? Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie? Und besonders wichtig: Wie vielen Gästen servieren Sie täglich vegetarische Speisen?


Veggie-Mensa No. 1:

Die vegetarische Mensa besteht in dieser Form seit 11.01.2010, 25 Mitarbeiter sorgen für den reibungslosen Ablauf. Täglich servieren wir circa 700 Essen, alle sind vegetarisch. Etwa 20% der Speisen sind auch vegan. Der Bio-Anteil unserer Produkte liegt dabei bei circa 40%.

 

VEBU:

Welche Motivation hat Sie dazu bewogen, eine rein vegetarische Mensa auf dem Campus der Freien Universität zu eröffnen?


Veggie-Mensa No.1:

Vegetarische und vegane Gerichte gibt es in den Mensa-Betrieben der Universität schon lange. Die Nachfrage war immer da und ist in den letzten Jahren noch einmal enorm angestiegen. Deshalb die Idee einer rein vegetarischen Mensa.


VEBU:

Wie ist die Resonanz Ihrer Gäste? Haben sie Stammgäste?


Veggie-Mensa No. 1:

Die Resonanz ist durchweg positiv. Wir haben sehr viele Stammgäste, aber auch einige Gäste, die hin und wieder Fleischgerichte in den anderen Mensen essen, aber meistens gerne vegetarisch essen und entsprechend zu uns kommen. Die Meinung unserer Gäste ist uns sehr wichtig. Im direkten Gespräch versuchen wir, auf Wünsche einzugehen und nehmen Lob, aber auch Verbesserungsgespräche gerne an. Viele unserer Gäste sind sehr kritisch und fragen ganz genau nach, wenn sie sich beispielsweise vegan ernähren. Aus diesem Grund ist unser gesamtes Personal bestens über die Inhaltsstoffe und Herstellung aller Speisen informiert, um so kompetent Auskunft geben zu können. Wir veranstalten auch Gästeumfragen, um den Wünschen immer zeitnah gerecht zu werden.


VEBU:

Bekommen Sie auch positive Resonanz von Nicht-Vegetariern?


Veggie-Mensa No. 1:

Ja, durchaus. Viele teilen uns mit, dass sie sich erst durch uns langsam an die vegetarische Küche herangetastet haben und es sich ganz anders vorgestellt haben. Viele hatten eine Vorstellung von langweiligen Essen, die wir aber sehr gut zerstreuen konnten. Bei der Eröffnung hatten wir auch eine große Beachtung in den Medien, die durchweg positiv berichtet haben.


VEBU:

Ein Kritikpunkt bei vegetarischer und insbesondere veganer Küche ist oft, dass diese doch sehr viel teurer sei. Können Sie das bestätigen?


Veggie-Mensa No. 1:

Nein, ganz und gar nicht. Trotz der Verwendung von vielen frischen Bio-Zutaten sind unsere Angebote oft billiger, auf keinen Fall teurer als die Gerichte der Mensen, die auch Fleisch und Fisch anbieten.


VEBU:

Gibt es Gerichte, die besonders gut ankommen?

Veggie-Mensa No. 1:

Ja, absolut. Lasagne und Nudelgerichte, Paella, vegetarischer Gyros mit Kräuterdip, und orientalisch-exotische Gerichte sind sehr beliebt. Zutaten wie Bulgur und Couscous werden sehr gerne gegessen. Die Leute schätzen es, dass wir nicht den Mainstream bedienen, uns abheben von den anderen und frische Produkte anbieten.

VEBU:

Bieten Sie auch Fleischalternativen an? Sind diese beliebt?

Veggie-Mensa No.1:

Ja, beispielsweise vegetarische Bolognese, Sellerieschnitzel, Sojagyros, Tofu und Geschnetzeltes. Allerdings verlangt nicht unbedingt die überwiegende Mehrheit nach solchen Alternativen. Gerichte mit frischem Gemüse, die kreativ mit Getreide oder Pasta kombiniert werden, sind besonders beliebt. Wir bieten auch immer eine große Salatbar als Ergänzung. Momentan bauen wir auch die vegane Produktpallette aus. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Produkten und Zutaten. Die vergangene Bio-Fach-Messe gab uns gute Anregungen und wir haben viele neue vegane Produkte getestet.

VEBU:

Welche Tipps würden Sie Kollegen geben, die ebenfalls vorhaben, vegetarische und vegane Gerichte in den täglichen Speiseplan ihrer Mensa oder ihres Restaurants zu integrieren?

Veggie-Mensa No. 1:

Vielfalt ist absolut wichtig. Frische Kräuter, Abwechslung bei den Gerichten. Die Desserts sollten ebenfalls kreativ sein. Reden Sie mit Ihren Gästen, profitieren und lernen Sie aus deren Feedback. Kochen Sie so, wie Sie selbst gerne essen und geben Sie es mit Leidenschaft weiter. Man kann uns auch gerne kontaktieren, wenn Tipps von Nöten sind. Auch eine Zusammenarbeit ist für uns vorstellbar, wenn ein Kollege beispielsweise einmal gerne unsere Arbeit sehen würde und in der Praxis erfahren möchte, wie die Organisation unserer Küche funktioniert.

VEBU:

Und ihr Fazit zur Bedeutung der Veggie-Mensa No. 1 wäre…?

 

Veggie Mensa No. 1:

Ein gutes, gesundes Mittagessen mit Vollkornprodukten, frischem Gemüse und ausgewählten Zutaten macht die Studierenden länger satt und gibt ihnen mehr Energie. Studierende müssen leistungsfähig sein, Junkfood wäre hier fehl am Platz. Gesundes, vollwertiges Essen tut allen gut!

 

VEBU:

Vielen Dank für dieses informative Gespräch! Kontakt: Veggie Mensa No.1 der FU Berlin

 

Kontakt:

Eva Grundmann – Mensaleiterin
Van’t Hoff Straße 6
14195 Berlin

Telefon: 030/939397501
e.grundmann(at)studentenwerk-berlin.de